Geschichte




Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts waren im wesentlichen Löscheimer, tragbare Leitern und Handdruckspritzen die Ausrüstungsgegenstände,
mit denen Brände bekämpft wurden. In kleineren Gemeinden und Städten wurde auf diese Weise noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts
der Rote Hahn bekämpft. Auch war der Kampf gegen die Feuersbrunst in keiner Weise organisiert. So verwundert es nicht, daß selbst kleinere
Brände oft nicht gelöscht werden konnten, waren sie einmal außer Kontrolle. So fielen dem Feuer oft ganze Städte an heim - man denke nur
an den Großbrand in London anno 1666. In diesem heißen trockenen Sommer brannten in der englischen Hauptstadt innerhalb von vier Tagen
mehr als 13.000 Häuser nieder - auch das Parlament fiel den Flammen zum Opfer. In diesen Zeiten war denn auch im Brandfalle das Retten
der Habe aus dem brennenden Haus wichtiger als die ohnehin relativ wirkungslose Brandbekämpfung.

Man versuchte der Gefahr im wesentlichen vorbeugend zu begegnen, mit feuerpolizeilichen Vorschriften, die z. B. regelten, wie mit
dem Herdfeuer umzugehen sei und wie lange es brennen dürfe, bzw. wann die Kerzen zu löschen waren. Die aktive Feuerbekämpfung war vor
der Gründung der ersten Freiwilligen Feuerwehr - hierüber streiten die Städte Durlach (1846) und Meißen (1841) seit
Jahrzehnten - eine eher traurige Angelegenheit von zweifelhaftem Erfolg: Per Verordnung wurden bestimmte Berufs- oder Bevölkerungsgruppen
verpflichtet, sich am Brandort einzufinden und das Feuer zu bekämpfen. Auch die Kommandoverhältnisse dieser "gemischten Aufgebote" waren unklar.
Mal war es der Bürgermeister, der das Sagen hatte, mal ein Gremium von Ratsherren, ein andermal beide.

Auch in unserem Heimatort war das Feuerlöschwesen vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr nicht organisiert. So hatte "Jeder Ortsbewohner,
welcher einen Brand gewahr wird... sogleich Feuerlärm" zu machen und den Bürgermeister oder den Adjunkten zu verständigen. Dies bestimmte der
"Beschluß über die Handhabung der Polizei in der Bürgermeisterei Waldfischbach" v. 1837. Diese Verordnung regelte auch wie oben erwähnt Fragen
des vorbeugenden Brandschutzes und verpflichtete bei Feuerruf...
" ... aus jedem Hause alle entbehrlichen und arbeitsfähigen Individuen mit Feuereimern, Kübeln oder Bütten versehen auf die Brandstätten zu eilen,
dort die Plätze einzunehmen, welche Ihnen von den öffentlichen Behörden angewiesen werden und eifrig zum Löschen beizutragen."
Die Effektivität dieser Art der Brandbekämpfung dürfte ähnlich wie oben erwähnt gewesen sein.

Diese Umstände führten auch in Waldfischbach im Jahre 1875 zur Gründung einer Feuerwehr. Der damals amtierende Bürgermeister Adam Wahl
legte mit den Gemeinderäten am 09. Mai 1875 die Feuerlöschordnung fest, die die Grundlage der örtlichen Wehr bildete. Daher kann das Jahr 1875 auch
als offizielles Gründungsjahr angesehen werden, auch wenn die Münchener und Aachener Versicherung in einer Zuschussbewilligung von 1931 angibt,
bereits 1869 eine zweirädrige Spritze finanziert zu haben, und ein Schreiben des Bürgermeisteramtes Waldfischbach v. 1932 bemerkt,
die Waldfischbacher Wehr sei 1872 gegründet worden. Für den Ortsteil Burgalben, damals noch eigenständiger Ort, gibt die Quellenlage nichts Eindeutiges her,
was die Gründung auf ein festes Datum zuordnen ließe. Man nimmt jedoch an, dass die Burgalber Wehr im ersten Jahrzehnt nach der Gründung der
Waldfischbacher Feuerwehr ins Leben gerufen wurde.

Erster Kommandant der Waldfischbacher Wehr war das Gründungsmitglied Simon Stein.
Der hochdekorierte Feuerwehrveteran war Jahrzehnte Wehrführer der Waldfischbacher Wehr.

1908 wurde das Spritzenhaus mit Schlauchturm errichtet, welches, wie damals üblich, auch zur
Arrestierung von Kleinkriminellen, Betrunkenen und Landstreichern diente, die man in der ebenfalls
üblichen Arrestzelle festhielt. Das Spritzenhaus wurde 1981 im Rahmen der Sanierung des
Rathausbereiches abgerissen.

Bis in die dreißiger Jahre wurde die Feuerwehr Waidfischbach als Pflichtfeuerwehr geführt.
Im Jahre 1930 am 15. Dezember wurde dann innerhalb der Pflichtfeuerwehr eine Freiwillige Abteilung
ins Leben gerufen. Der damalige Bürgermeister Rothaar fragte im September des gleichen Jahres
beim Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Landau nach Erfahrungen mit der Gründung von
Freiwilligen Feuerwehren und erklärte, es sei beabsichtigt, auch in Waldfischbach eine solche
zu gründen. An besagtem 15. Dezember wurde dann eine Besprechung im Rathaus einberufen,
in deren Verlauf sich 65 Mann verpflichteten, 5 Jahre in der Freiwilligen Abteilung der Feuerwehr
Waldfischbach zu dienen. Der Mannschaftsstand der gesamten Wehr betrug zu dieser Zeit
etwa 120 Mann.

1932 fand in Waldfischbach der Bezirksfeuerwehrtag statt. Das Programm sah für Sonntag,
den 28. August, eine Übung am Rathaus vor, zusammen mit dem damals noch existierenden
Zug Waldfischbach der Sanitätskolonne Pirmasens. Anlässlich des Bezirksfeuerwehrtages
wurde auch der bereits erwähnte erste Kommandant der Feuerwehr Waldfischbach, Simon Stein,
jetzt schon 82 Jahre alt, von Gemeinde und Berzirksamt Pirmasens für seine Verdienste
um die Feuerwehr geehrt. Er starb 1937 im gesegneten Alter von 87 Jahren.

Aus den Dreißiger Jahren lässt sich noch mehr berichten, da das "Material" aus dieser Zeit ergiebiger
ist. So erzählt uns das Archiv, dass die Feuerwehrleute, die der Freiwilligen Feuerwehr angehörten,
ihre Uniform selbst bezahlen mussten, ungeachtet der Tatsache, dass sie für die Allgemeinheit tätig
waren. Ein Mitglied der Pflichtfeuerwehr beteuert auf Anfrage, dass er in die Freiwillige einträte,
dass ihm dies jedoch ob der zwangsläufigen Anschaffung einer Uniform leider nicht möglich sei,
da sein Salär es ihm nicht erlaube. Er könne seine Familie nicht adäquat einkleiden, daher könne
er nicht der Freiwilligen Abteilung der Feuerwehr beitreten.
Der Druck seitens der Gemeinde, "freiwillig" in die Freiwillige Feuerwehr einzutreten, muss in
dieser Zeit ohnehin nicht unerheblich gewesen sein, das "Dritte Reich" machte sich auch hier
bemerkbar. So wies 1935 ein Gemeindebediensteter an, einen ortsansässigen Maler nicht mehr bei
der Vergabe gemeindlicher Arbeiten zu berücksichtigen, da derselbe nicht der Freiwilligen Feuerwehr
angehören wolle.
Auch wurde kräftig verwarnt und verwiesen, wenn ein Feuerwehrangehöriger nicht zu einer Übung erschien
oder zu spät kam.
Es wurde auch mit Strafanzeige gedroht.
Simon Stein, Mitbegründer u. erster Kommandant der
Feuerwehr Waldfischbach

Ihr erstes Tanklöschfahrzeug erhielt die Waldfischbacher Wehr kurz vor Kriegsausbruch.

Übung anläßlich des Bezirksfeuerwehrtages 1932 am Rathaus Waldfischbach
Ab 1939 warf der Krieg seine Schatten auch auf die Feuerwehr.
Durch Rekrutierungen der jungen Männer in die Wehrmacht
geschwächt, sah man sich in Burgalben genötigt, eine
"Reserve-Feuerwehr" zu gründen. Man griff dabei notgedrungen
auf die älteren Jahrgänge zurück, die fortan den Brandschutz
sicherstellen mussten. Auch hier wurde Fehlen und Zuspätkommen
mit Anzeigen bewehrt.

Einblick in die damaligen Verhältnisse gibt uns das Protokoll buch der
Burgalber Wehr. 1943 wurde z.B eine Übung mit der "Hauswehr" von
Maria Rosenberg, die ebenfalls eine Motorspritze besaß, abgehalten.

Auch Aufgaben, die der Feuerwehr unwürdig waren, mussten,
da diese nun den Polizeiverwaltungen unterstellt waren,
wahrgenommen werden. So mussten im Juni 1943 unter anderem
Angehörige der Feuerwehr Burgalben auf Befehl der Gendarmerie
Waldfischbach den Wald nach flüchtigen Kriegsgefangenen
durchkämmen.
Eine Lehre, die man aus dieser Zeit zog, ist der Umstand,
dass die Feuerwehr in unserem demokratischen Rechtsstaat
nicht mehr zu polizeilichen Aufgaben wie Verbrechensbekämpfung
eingesetzt werden darf, sondern sich auf das konzentrieren kann,
was ihre Bestimmung ist:
dem Nächsten zu helfen!

1944 hatte die Ortsfeuerwehr Burgalben einen Mannschaftsstand von 61, davon 34 uniformiert, und 27 als nicht uniformierte Reserve.

Auch die Waldfischbacher Wehr bekam den Krieg zu spüren: In den ersten Kriegsjahren 1941/42 wurde nach den Worten von Hermann Horlemann eine
überörtliche Feuerwehrgruppe gebildet, die aus einem Löschzug mit 8 - 10 Mann Besatzung bestand. Dieser war für Einsätze bei großen Luftangriffen
den umliegenden Städten vorgesehen. Der Löschzug, dessen Führer Horlemann war, rückte im Verlauf des Krieges dreimal nach Saarbrücken, dreimal nach
Pirmasens, zweimal nach Zweibrücken, zweimal nach Kaiserslautern, zweimal nach Ludwigshafen und einmal nach Frankenthai aus zu Großeinsätzen nach
Luftangriffen. Der Einsatz erfolgte nach den Berichten des Zeitzeugen meist bei Nacht oder sehr früh am Tage, da Jagdbomber die Einsätze tagsüber zu
einem großen Risiko machten. So wurde der Löschzug nach den Worten Horlemanns auch bei Einsatzfahrten verfolgt und beschossen. Dennoch kam
niemand der Gruppe dabei zu schwerem Schaden.

Für zwei dieser Einsätze der Kreisfeuerwehrbereitschaften, einen am 6. September 1943 in Ludwigshafen und einen anderen am 23. September 1943
in Frankenthal finden sich auch noch Nachweisungen im Archiv, in denen die Aufwandsentschädigungen für die Feuerwehrleute und der Treibstoffersatz
abgerechnet wurden.

Nach dem Krieg wurden aus beiden Wehren wieder "richtige" Feuerwehren. In Burgalben umfasste die Wehr bei der Neuaufstellung 1946 wieder 60 Mann.
Dort musste man noch bis 1960 mit einem Tragkraftspritzenanhänger vorlieb nehmen. Dann bekam man ein Tragkraftspritzenfahrzeug und ungefähr
zeitgleich wurde unter dem damaligen Wehrführer Herbert Bohl in ein für diese Zeit und für die Ortsgröße von Burgalben relativ modernes und
geräumiges Feuerwehrgerätehaus in der Mühlstraße eingeweiht.

Die Wehr in Waldfischbach war noch immer in dem Spritzenhaus von 1908 am Rathaus untergebracht, welches auch für die damalige Zeit nicht mehr
zeitgemäß war. In den 60er Jahren bekam die Waldfischbacher Wehr ein neues Tanklöschfahrzeug und eine neue Anhängeleiter (AL 18), welche noch
bis 2001 in gebrauch war.

1972 wurde aus Waldfischbach und Burgalben Waldfischbach-Burgalben - ein Ort.
Somit wurde auch aus den beiden Wehren organisatorisch eine Feuerwehr.
Was allerdings nicht bedeutete, dass beide ehemals getrennten Einheiten sofort
zu einer Mannschaft unter einem Dach wurden. Tatsächlich marschierte man noch
bis 1984 mehr oder weniger getrennt. So existierten nach wie vor zwei
Gerätehäuser in der neuen Doppelgemeinde und man übte auch weitgehend
getrennt. Lediglich die Fahrzeuge wurden jetzt zu gleicheren Teilen auf beide
Standorte im Doppelort verteilt, so dass auch im ehemals relativ geräumigen
Burgalber Gerätehaus bald nicht mehr soviel Platz war. Die Wehren wuchsen aber
dennoch bis zur tatsächlichen räumlichen Zusammenlegung im Jahre 1984
eingeweihten neuen Feuerwehrgerätehaus in der Schwarzbachstraße zu einer Einheit
zusammen, man kam sich immer näher. Die Zusammenlegung stellte somit den
Abschluss der Integration der ehemals selbständigen Wehren dar, nicht den Anfang.
Der Standort des neuen Gerätehauses erwies sich für diesen Zweck auch als ideal.
Salomonischer hätte man ihn nicht wählen können, befindet er sich doch genau an
der Grenze zwischen den ehemaligen Orten Waldfischbach und Burgalben.
Dieser Umstand und der Komfort eines neuen Gerätehauses machte es beiden
Gruppen viel leichter, diesen Schritt zu gehen und nun wirklich eine Feuerwehr für
einen Ort zu werden. In der Zeit zwischen dem Abriss des alten Spritzenhauses
zwischen dem Rathaus und Gassertschem Haus 1981 und dem Bezug des neuen
Gerätehauses in der Schwarzbachstraße war die ehemalige Waldfischbacher Wehr
in einem Gebäude am Ortsausgang nach Heltersberg untergebracht.
Dieses Gebäude war stellenweise auch für die gemeinsame neue Feuerwache
angedacht, sowie ebenfalls ein Standort im Ortsteil Burgalben am Ortsausgang
Richtung B270. Diese beiden Standorte hätten sicher bei der Integration der
ehemals getrennten Wehren zu einer Einheit keine so guten Dienste geleistet,
da beide bei der jeweils anderen Seite auf Vorbehalte gestoßen wären.
Glücklicherweise wurde damals durch den Umzug der Fa. Roschy ins
Industriegebiet Schorbach deren Produktionshalle frei und ermöglichte den
heutigen Standort des Gerätehauses der Feuerwehr Waldfischbach-Burgalben.
Manuelle Pumpe Baujahr 18..
Feuerwehr Waldfischbach

1974 ging die Verantwortlichkeit für die Feuerwehr von den Kommunen zu den neugegründeten Verbandsgemeinden über - somit war der "Chef" aller
Feuerwehren in der Verbandsgemeinde nicht mehr der jeweilige Bürgermeister, sondern der Verbandsbürgermeister.

Heute ist die Freiwillige Feuerwehr Waldfischbach-Burgalben eine moderne Stützpunktwehr mit überörtlichem Charakter, deren Mitglieder ihre Aufgabe trotz
schwierigerer und vielfältiger werdenden Inhalten ihrer Tätigkeit und größerem Ausbildungsaufwandes gerne erfüllen.